Hintergrund: Mexiko verfügt über eine Bevölkerung von ca. 106 Millionen Einwohnern; von 1929 bis 2000 wurde das Land von der linksorientierten Partei des PRI (Partido Revolucionario Institucional) regiert. Obwohl die Partei sehr stark nationalistisch und beherrschend war, wendeten sich in den 90er Jahren deren führende Politiker der freien Marktpolitik und der wirtschaftlichen Liberalisierung zu. Im Juli 2000 gewann die mitte-rechts Partei des PAN (Partido Accion Nacional) mit ihrem Kandidaten Vicente Fox Quesada zum ersten Mal die Wahlen: ein Meilenstein in Mexiko Transition zur Demokratie. Jedoch bedingt durch die geteilte Legislative, konnte die Administration von President Fox die notwendigen politischen Reformen nicht im gewünschten Masse durchsetzen.

Politische Struktur: Das politische System ist als Präsidial- und Zweikammernsystem sowie als Bundesstaat (32 Staaten) organisiert. Der Präsident wird alle sechs Jahre gewählt; Herr Fox übernahm die Präsidentschaft im Dezember 2000. Eines der Ergebnisse der Transition ist die Hinwendung der Exekutive zur Legislative und zu den Landesregierungen. Das gegenwärtige Verbot der Wiederwahl und die Kontrolle der Partei über die 200 starke Abgeordnetenliste (40% des Unterhauses), die nach dem Verhältniswahlrecht gewählt werden, lassen den enormen Einfluss der Parteifchefs fortdauern. Die vorgeschlagenen Wahlreformen (u. a.), die das Verbot der Wiederwahl aufheben sollen, scheitern am Kongress, der von der Opposition beherrscht wird.

Politische Gesichtspunkte: Eine grössere Handelsvielfalt hat Mexikos Abhängigkeit vom Erdöleinkommen reduziert. Das verbesserte Politklima hat zu einer Verringerung der externen Verschuldung sowie einer guten makroökonomischen Stabilität geführt. Die Konzentration auf das Wachstum des Landes schliesst aber auch die Abhängigkeit vom US-Exportmarkt, hohe Arbeitskosten und Energieverbrauch, die Äbhängigkeit der öffentlichen Finanzen vom Öleinkommen sowie eine niedrige Kreditvergabe mit ein. Arbeitsreformen würden die Arbeitsmarktflexibilität erhöhen und die hohen Lohnnebenkosten reduzieren; Steuerreformen würden die hohe steuerliche Belastung reduzieren, die in erster Linie auf den grossen Firmen ruht sowie höhere Bildungsausgaben ermöglichen; eine Energiereform würde private Investitionen in eine verbesserte Infrastruktur wie z. B. in die Stromversorgung ermöglichen, und damit bspw. eine sicherere Stromversorgung gewährleisten und so zu einer Kostenreduzierung führen. Diese Reformen kämpfen derzeit noch gegen den politischen Widerstand des von der Opposition dominierten Kongresses.

Steuerwesen: Die Körperschaftsteuerrate wurden von 33% auf 30% im Jahr 2005 reduziert und soll bis zum Jahr 2007 auf 28% fallen. Der höchste Einkommenssteuersatz soll bis zum Jahr 2007 ebenfalls auf 28% reduziert werden. Die Steuern auf Abgaben belaufen sich zwischen 15% und 34%. Die Abschreibungsbeträge reichen von 5% bis 25%, können aber bis zu 50% für Umweltschutzausstattung betragen. Der Steuersatz für Vermögen beträgt 1.8% und kann von der Einkommensteuer abgesetzt werden. Die Mehrwertsteuer beträgt 15%; Lebensmittel und Medizin sind hiervon ausgeschlossen.

Aussenhandel: Die Einfuhrzölle reichen von null bis 35% mit einem durchschnittlichen Handelstarif von 2.9%. Auf alle Importe wird die Mehrwertsteuer von 15% aufgeschlagen mit Ausnahme der Grenzgebiete wo eine Mehrwertsteuer von 10% veranschlagt wird. Im Jahr 2004 betrugen die Exporte 188 Milliarden US-Dollar und die Importe 197 Milliarden US-Dollar; sowie ein Handelsdefizit von 8.8 Milliarden US-Dollar. Das Leistungsbilanzdefizit belief sich auf 7.3 Milliarden US-Dollar: ca. 7.7% des Bruttoinlandsprodukts.


Hauptausfuhren 2004 % del Total Haupteinfuhren 2004 % del Total
Hersteller
84.0
Zwischengüter
75.9
Maquila (Offshore-Fabrikation für den Wiederexport)
46.3
Maquila (Offshore-Fabrikation für den Wiederexport)
34.9
Erdöl
12.6
Produktionsmittel
11.5
Landwirtschaft
2.9
Verbrauchsgüter
12.9
Führende Märkte 2004 % del Total Führende Lieferanten % del Total
U.S.A.
87.5
U.S.A.
56.3
Kanada
1.8
China
3.9
Japan
1.1
Deutschland
3.6
Spanien
1.0
Südkorea
3.0



Weitere Information OECD Statistical Profile of Mexico - 2005

Neueste OECD Mexico Economic Outlook